14.02.2012 - Usinger Anzeiger

Michelbacher Feuerwehr unter neuer Führung

Sebastian Jänisch löst Andreas Schmidt als Wehrführer ab - Brandschutz sicherstellen und gleichzeitig wichtiger Kulturträger für die Dorfgemeinschaft
(ase).

Erster Stadtrat Harry Strehlow (links) und Stadtbrandinspektor Gerhard Bruder (rechts) gratulieren Klaus Richter, Jannis Eul und Anna-Lena Moses zur Beförderung.
Foto: Seifert

Einen Führungswechsel brachte am Samstagabend die Jahreshauptversammlung der Michelbacher Feuerwehr: Der bisherige Vize-Wehrführer Sebastian Jänisch wurde einstimmig zum Nachfolger von Andreas Schmidt gewählt. Schmidt hatte zuvor sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt.

Mit rund 40 Feuerwehrleuten aus Einsatzabteilung, Jugendwehr sowie Alters- und Ehrenabteilung und einer ganzen Reihe von Gästen konnte Andreas Schmidt die Versammlung eröffnen. Als Vertreter des Bürgermeisters unterstrich Stadtrat Harry Strehlow in einem kurzen Grußwort die Bedeutung des Feuerwehrvereins für die Dorfgemeinschaft. Er dankte dem scheidenden Wehrführer für sein Engagement in dieser Führungsrolle, lobte die intakte Jugendarbeit und wünschte der Einsatzabteilung, sie möge stets gesund von ihren Einsätzen zurückkehren.

In Vertretung des Hochtaunuskreises war Kreisbrandmeister Daniel Guischard erstmals Gast bei den Michelbacher Blauröcken. In seinem Grußwort richtete er den Fokus besonders auf die Arbeit der kleinen Freiwilligen Feuerwehren, die zwar in der Regel weniger Einsätze als die Wehren der Städte zu verzeichnen hätten, aber eine Lebensversicherung für die Menschen vor Ort seien. Guischard: „Oft heißt es in der Bevölkerung, die Feuerwehr hat wieder was Neues bekommen, wenn ein neues Fahrzeug oder Gerät übergeben wurde. Dies ist aber nicht so! Sie bedient sich nur daran und steht damit an 365 Tagen im Jahr bei allen Unglücksfällen für die Bürger zur Verfügung.“

In seinem letzten Jahresbericht als Wehrführer konnte Schmidt von insgesamt acht Einsätzen berichten. Mal musste für den Rettungsdienst Tragehilfe geleistet werden, mal waren Äste auf der Landstraße zu beseitigen. Alles in allem eher ein ruhiges Einsatzjahr, bei dem die aktiven Mitglieder sich zu zehn Übungen trafen. Derzeit kann die Feuerwehr Michelbach auf fünf aktive Frauen und 13 Männer zurückgreifen.

Von Jugendwart Jannis Eul erfuhr die Versammlung, dass bei der Michelbacher Jugendfeuerwehr zurzeit acht Jungen und Mädchen ihren Dienst verrichten. Sie trafen sich 2011 insgesamt zu 125 Übungsstunden. Besonders erinnerte Eul noch einmal an die Jugendfreizeit, die im vergangenen Jahr an den Gederner See geführt hatte.

Hat die Michelbacher Feuerwehr primär zwar die Aufgabe, den Brandschutz vor Ort sicherzustellen, so ist allerdings auch als Kulturträger für die Dorfgemeinschaft nicht wegzudenken. Dies unterstrich einmal mehr der Jahresbericht der Vereinsvorsitzenden Monika Schmidt, die über eine ganze Fülle von Aktivitäten im abgelaufenen Jahr berichten konnte. So habe auch das 28. Florian-Backesfest im September wieder eine ganze Reihe Besucher von außerhalb angezogen. Lobend ging Schmidt auf den Gerätehausanbau ein, der im vergangenen Jahr abgeschlossen werden konnte. Hier seien die Mitglieder mit über 500 Stunden Eigenleistung bei Bau- und Reinigungsarbeiten vorbildlich gewesen. Eine weitere Veranstaltung, die der Feuerwehrverein 2011 auf die Beine gestellt hatte, war neben dem traditionellen Kinderfasching und der Weihnachtsfeier auch ein Tagesausflug nach Würzburg.

Kassenprüfer Wolfgang Moses bescheinigte dem Feuerwehrverein eine ordentliche Kassenführung, woraufhin die Versammlung dem Vorstand Entlastung erteilte. Zu neuen Kassenprüfern wählte die Versammlung Markus Moses und Matthias Eul.

 
Befördert wurden von Stadtbrandinspektor Gerhard Bruder Analena Moses zur Feuerwehrfrau-Anwärterin, Janis Eul zum Oberfeuerwehrmann und Klaus Richter zum Hauptfeuerwehrmann.

Kreisbrandmeister Guischard zeichnete Werner Wengenroth mit der goldenen Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes für seine 30-jährige aktive Dienstzeit aus.


Zum Abschluss der Versammlung ergriff der neu gewählte Wehrführer Jänisch noch einmal das Wort und bedankte sich mit einem Präsent bei seinem Amtsvorgänger Andreas Schmidt für die gute Zusammenarbeit.

12.12.2011 - Taunus Zeitung

Usinger Feuerwehr macht sich Sorgen

Immer weniger Jugendliche sind bereit, in die Einsatzabteilung zu wechseln Der Arbeitsaufwand steigt kontinuierlich, Nachwuchs hingegen gibt es immer weniger. Und so schleicht sich Zukunftsangst bei der Usinger Feuerwehr ein.

Befördert wurden Christopher Becker, Gerhard Bruder, Timo Reith, Michael Nake und Andreas Feuerbach (von links).

Foto: Lohrmann

Usingen/Merzhausen. "Das wird eine kurze Hauptversammlung", kündigte Gerhard Bruder gleich zur Begrüßung an. Beschlüsse waren nämlich nicht zu fassen, Wahlen standen auch nicht an. Der Stadtbrandinspektor, der alle Stadtteilwehren zur gemeinsamen Versammlung in die Rauschpennhalle nach Merzhausen eingeladen hatte, begnügte sich also damit, seinen Bericht über die Jahre von 2008 bis 2010 vorzutragen.
Mit derzeit 197 aktiven Einsatzkräften und insgesamt 24 Fahrzeugen sei Usingen in der Lage, den Anforderungen in Notfällen zu begegnen, berichtete Bruder. Seit August 2008 werde die Tageseinsatzstärke der Feuerwehr durch Kameraden anderer Kommunen, die ihren Arbeitsplatz in Usingen haben, erhöht. "Das hat viel gebracht", lobte der Stadtbrandinspektor die Entscheidung und dankte der Stadtverwaltung für ihre Hilfe. Lobend erwähnte er zudem die baulichen Erweiterungen an den Gerätehäusern in Kransberg, Michelbach und Merzhausen. In den vergangenen Jahren waren die Usinger Wehren zu 46 (2008), 57 (2009) und 25 (2010) Bränden ausgerückt. Werden Hilfeleistungen, das Ausrücken bei Fehlalarmen sowie die geleisteten Brandsicherheitsdienste hinzuaddiert, kommen die Usinger auf 218 Einsätze 2008, auf 203 im darauffolgenden und auf 179 geleistete Einsätze im vergangenen Jahr.
Einen eher skeptischen Blick warf Bruder auf den Ausbildungsstand der Mitglieder. Obgleich viele Stunden in die Ausbildung investiert würden, halte er das Resultat nicht für ausreichend, sagte der Stadtbrandinspektor. "Mehr ist im Ehrenamt aber leider nicht möglich", stellte er fest und beklagte zudem, dass die Verwaltungsarbeit ständig steigt. Bruders Resümee: "Ich sehe es als erforderlich an, gewisse Funktionen in der Feuerwehr mit hauptberuflichem Personal zu besetzen." Mehr Personal wäre der Feuerwehr also dienlich, und der größte Anteil an Nachwuchs wird laut Bruder nach wie vor von der Jugendfeuerwehr akquiriert, können erfolgreich geschulte Jugendliche doch mit 17 Jahren in die Einsatzabteilung wechseln.

Trotzdem überbrachte Bastian Scholz die bedauerliche Nachricht, dass etliche Jugendliche in den vergangenen Jahren eben dies nicht getan hätten. "Keine Lust", sei die frustrierende Begründung fürs Ausscheiden des potenziellen Nachwuchses gewesen, sagte Scholz, der das Amt des Stadtjugendwartes seit Oktober 2010 inne hat. Neues Logo "Derzeit befinden sich 73 Jungen und Mädchen in den Feuerwehren der Stadt Usingen." Für sie soll es bald ein neues eigenes Logo geben. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) sagte zu, die Kosten zu übernehmen. Er bezeichnete die Feuerwehrkameraden als wichtige Säule in der Stadt. "Ohne euch würde nichts funktionieren", meinte auch Kreisbrandinspektor Carsten Lauer.
Er sowie sein Stellvertreter Ralf Henrici zeichneten Martina Drexelius, Carlos Weidner, Stefan Göttl und Johannes Stenzel mit der silbernen Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes aus. Befördert wurden an diesem Abend Gerhard Bruder zum Hauptbrandmeister sowie Christopher Becker zum Feuerwehrmann, Timo Reith zum Hauptfeuerwehrmann, Andreas
Feuerbach zum Hauptlöschmeister und Michael Nake zum Brandmeister.

Artikel vom 12. Dezember 2011, 03.26 Uhr (letzte Änderung 12. Dezember 2011, 05.02 Uhr)

Von Dorit Lohrmann

13.09.2011 - Taunus Zeitung

Die stärksten Frauen und Männer kommen aus Michelbach

Wer die schönsten Pferde im Bezirk sehen will, der geht sonntagmorgens zur Pferdeschau. Die schönsten Kühe gibt es auf der Kreistierschau am Montag, und wer die stärksten Männer in Aktion erleben will, der reserviert sich für Sonntagnachmittag einen Platz im Festzelt.

Bullenstark: Die Michelbacher Freiwillige Feuerwehr zog alles weg.Dann lässtKerbevadder Heinz Dienstbach den Mittelgang räumen, das Schiedsrichterteam des UCV legt das Seil aus, und die Mannschaften ziehen ihre Gegner. Sieben Männermannschaften traten am Samstag an, und wie immer galt: "Hast du Masse, dann bist du Klasse." Eine Diät vor der Kerb wäre kontraproduktiv, ein guter Zugriff und Bücktraining helfen am Wettkampftag besser.
Wer wie oft geübt hatte, wurde nicht verraten. Jedenfalls ging die zweite Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Usingen aus dem Duell gegen die Kollegen aus Eschbach als Sieger hervor, die Freiwilligen aus Niederlauken zogen den Schäferhundeverein weg, und Feuerwehr I aus Usingen unterlag der aus Michelbach.
Dann spuckten die Feuerwehrfrauen aus Usingen und Michelbach in die Hände, und auch da erwies sich der Stadtteil als zugkräftiger. Die Michelbacherinnen zogen auch die "Hundedamen" durch den Gang und wurden schließlich Sieger. In der zweiten Männerrunde griff das Team "Wurstwasser" in das Geschehen ein, wurde nach zähem Widerstand von der Wehr aus Niederlauken geschlagen, wahrte sich aber die Chance auf den dritten Rang.

13.09.2011 - Taunus Zeitung

Brot und Kuchen frisch aus dem Backes Feuerwehr trifft mit ihrem Fest und den Waren den Geschmack des Publikums.

 

Bäcker und Backhelfer beim Florian-Backesfest: Raimond Fischer, Andreas Schmidt, Bianca Fischer und Detlef Palmie (v. l.). Foto: Brötz Tolles Wetter und der Duft von frischen Backwaren – die Freiwillige Feuerwehr Michelbach feierte dieser Tage ein Backesfest wie aus dem Bilderbuch. Rund um das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus herrschte Hochbetrieb, und das schmucke kleine Backhaus stand natürlich im Mittelpunkt.
Kein Wunder, kamen doch aus seinem Herzstück, dem Backofen, Leckereien auf den Tisch. Los ging es zur Kaffeezeit mit Klassikern wie Streusel-, Apfel-Streusel- und Zwetschgenkuchen.
Für die Helfer begannen die Backvorbereitungen bereits zwei Tage vor dem Fest. Da wurde der Ofen auf Temperatur gebracht. 340 Grad sind nötig, um all die Teigmischungen zu leckeren Backwaren werden zu lassen. Am Tag vor dem Fest wurden die Bauernbrote in den Ofen eingeschossen, die wegen des reinen Sauerteigs sehr beliebt sind. 124 Brote, je 1,5 Kilo schwer, kamen in die Körbe und den Verkauf. Die fanden laut Pressewart Stefan Göldner reißenden Absatz und waren im Handumdrehen ausverkauft.
Die Krönung des Florian-Backesfestes war das abendliche Speiseangebot mit Schäufelchen, Kartoffeln, Handkäs und frischem Backesbrot. Für Kinder gab es Spiele, wobei das Wasserspritzen der Jugendwehr ein Renner war. Um Musik kümmerte sich Marcel Schudera.
Wehrführer Andreas Schmidt hat schon einen Plan, was mit dem Erlös des Backesfestes geschehen soll. Die Ausrüstung der Wehr soll verbessert und ein Grundstock für die Anschaffung eines Mannschaftswagens gelegt werden.ötz (ötz)

15.02.2011 - Taunus Zeitung

28 Prozent sind Mitglied in der Wehr

Michelbacher Floriansjünger genießen hohes Ansehen bei ihren Bürgern und haben eine ausgeprägte Jugendarbeit. Der alte Jugendwart gab zwar sein Amt ab, dennoch steht die Michelbacher Jugendfeuerwehr nicht ohne Führung da


Von Gerhard Rhode Michelbach.

Der scheidende Jugendwart Sebastian Jänisch (Mitte) bekam von der Michelbacher Jugendfeuerwehr ein Abschiedsgeschenk. Er wird von Janis Eul (links neben Jänisch) abgelöst. Stellvertretende Jugendwartin ist Jessica Deusinger (rechts). Foto: Gerhard Rhode

Der Feuerwehrnotruf ist bekanntlich die 112, und genau so viele Mitglieder, nämlich 112, hat die Freiwillige Feuerwehr des kleinsten Usinger Stadtteils Michelbach, wie Vorsitzende Monika Schmidt bei der Jahreshauptversammlung der Wehr am Samstagabend im Michelbacher Dorfgemeinschaftshaus stolz bekanntgab. Eine äußerst beachtliche Zahl bei 120 Haushalten und etwa 400 Einwohnern in Michelbach. 28 Prozent der Einwohner sind Mitglied in der Feuerwehr, das dürfte wohl absolute Spitze im Hochtaunuskreis sein. Ebenso die Zahl von 18 Aktiven in der Einsatzabteilung. Zu den Aktiven kommen weitere 12 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung, sechs Jugendliche, 16 passive und 60 fördernde Mitglieder. Wehrführer Andreas Schmidt konnte zur Versammlung unter den 45 Anwesenden auch Bürgermeister Steffen Wernard (CDU), Ehrenstadtbrandinspektor Heinz Dienstbach, Stadtbrandinspektor Gerhard Bruder und den stellvertretenden Ortsbeirat Karl Heinz Erny begrüßen. Steffen Wernard lobte die sehr ausgeprägte Jugendarbeit in Michelbach und die Eigeninitiative der Wehr beim Gerätehausanbau.

Lob und Kritik

Gerhard Bruder freute sich, dass auch die Jugendfeuerwehr an der Versammlung teilnahm. Er hoffe, dass auch Feuerwehrleute aus Michelbach beim «Platz der Feuerwehr» anlässlich des Hessentages in Oberursel teilnehmen. Heinz Dienstbach hatte viel Lob für die «sehr gute Jugendarbeit» parat. Dienstbach kritisierte die hohen Kosten, die von der Stadt für die Einführung des Digitalfunks geleistet werden müssen (siehe Seite 11). Zu sechs Einsätzen und fünf Brandsicherheitsdiensten wurden die Aktiven im vergangenen Jahr gerufen. Dazu gab es 13 Übungen. Sechs Feuerwehrleute nahmen an überörtlichen Ausbildungsmaßnahmen teil. Beim Gerätehausanbau sei der Innenausbau so gut wie abgeschlossen, die Außendämmung werde bei geeignetem Wetter angebracht. Die Michelbacher Wehr wird, wenn der Gerätehausanbau komplett fertig ist, aus Vereinsmitteln ein (vermutlich gebrauchtes) Mannschaftstransportfahrzeug kaufen.

Schmidt erwähnte nochmals die Feuerwehrleute Klaus Richter, Werner Wengenroth und Ronald Deusinger, die mit der Verdienstnadel der Stadt für ihr besonders Engagement ausgezeichnet worden waren.

Sebastian Jänisch legte am Samstagabend sein Amt als Jugendwart nieder, da er seit einigen Monaten das Amt des stellvertretenden Usinger Stadtjugendwarts bekleidet. Die Jugendfeuerwehr besteht zurzeit aus vier Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren und zwei Jungen im Alter von 10 und 13 Jahren. Im März 2010 konnten Jessica Deusinger und Janis Eul von der Jugendwehr in die Einsatzabteilung übernommen werden. Beide haben bereits mehrere Lehrgänge auf Kreisebene absolviert.

Wehrführer Schmidt ernannte Janis Eul zum neuen Jugendwart und Jessica Deusinger zur stellvertretenden Jugendwartin. 2010 wurden bei der Jugendfeuerwehr 69,5 Stunden für Ausbildung und 41 Stunden für allgemeine Jugendarbeit geleistet. Darunter fallen Ausflüge und Spieleabende.

Zur neuen Rechnungsführerin wurde Melanie Siemonsen einstimmig gewählt, zum stellvertretenden Rechnungsführer ebenfalls einstimmig Stefan Göldner. Neuer Gruppenführer wurde Klaus Dörr. Stadtbrandinspektor Gerhard Bruder beförderte Jessica Deusinger zur Feuerwehrfrau und Sebastian Jänisch zum Oberlöschmeister.

Von Gerhard Rhode

30.08.2010 - Usinger Anzeiger

Brote gingen weg wie warme Semmeln

 

Das Backesteam, bestehend aus Detlef Palmie, Klaus Becker, Andreas Schmidt und Bianca Fischer, präsentiert die Köstlichkeiten aus dem Backhaus. Foto: Jung Beim Backesfest in Michelbach war das ganze Dorf auf den Beinen - 130 Laib auf zwei Fuhren verkauft - beliebte Brezeln (cju). Wenn im kleinsten Stadtteil von Usingen das Backesfest stattfindet, ist das ganze Dorf auf den Beinen. Zwar ist die Feuerwehr seit 27 Jahren Ausrichter des klassischen Festes, aber da die meisten Michelbacher ohnehin allen drei Vereinen im Ort angehören - neben der Feuerwehr gibt es noch die Schützen und den Gesangverein - trifft man sich am Dorfgemeinschaftshaus, wo auch das Feuerwehrgerätehaus und das Backhaus sich befinden. Die Linde hat dem Anbau glücklicherweise nicht weichen müssen und so hat man optimale Voraussetzungen für ein gelungenes Fest. Die einen zieht es nach draußen, die anderen lieber in die Gerätehalle und im Backhaus selbst schwitzten Wehrführer Andreas Schmidt mit seinen beiden Bäckern Detlef Palmié und Klaus Becker. Auch Bianca Fischer gesellte sich zu dem Trio, weil sie die eingelegten und im Backesofen gebackenen Schäufelchen zu überwachen hatte. Am Donnerstag hatten Palmié und Becker das Backes angeheizt, am Freitag wurde das Brot - insgesamt 130 Laib auf zwei Fuhren - gebacken und am Samstag schwitzte man erneut, um den leckeren Blechkuchen fertigzustellen. 13 Kuchen, belegt mit Zwetschgen, Äpfels und Streuseln, verließen frisch und köstlich duftend den Ofen und fanden sofort reißenden Absatz. Auch die Brote wurden nicht alt - schon am Nachmittag hieß es „ausverkauft“. Aber die Michelbacher Feuerwehr kennt ihr Klientel - und hatte neben den bereits erwähnten Schäufelchen auch frische Brezeln mit viel Salz - „das kurbelt den Getränkeumsatz an“, meinte Vereinsvorsitzende Monika Schmidt - sowie Folienkartoffeln mit Knoblauchschmand im Angebot. Und weil man ein typisch hessisches Fest feierte, durfte auch Handkäs mit Musik nicht fehlen. Gegen den ärgsten Durst halfen literweise alkoholfreie Getränke, aber natürlich wurde auch so mancher Schoppen gepetzt und ein kühles Blondes gezischt. Jung und alt feierten einträchtig miteinander. Auf dem Spielplatz, der auch am DGH gelegen ist, tummelten sich die jungen Michelbacher, von denen es inzwischen wieder deutlich mehr gibt, wie die 2. Vorsitzende des Feuerwehrvereins Ramona Jaenisch, selbst vor knapp fünf Monaten stolze Mama geworden, lächelnd bemerkte. In Michelbach gibt es allerdings keinen Kindergarten und keine Grundschule, dazu geht es ins zwei Kilometer entfernte Eschbach. Nicolas, Nico, Dominique, Tom und Lukas hatten ihren Spaß auf der Vogelnestschaukel und fanden das Schaukeln nur „super“. Auch die Damen feierten ausgelassen - Sibylle Soiné, Stefanie Weidner, Tanja Löw und Tanja Kohlhage-Dörr ließen sich auch nicht von Raimond Fischer irritieren. Das Rezept für die lecker duftenden Schäufelchen wird natürlich streng gehütet: „Salz, Pfeffer und Zwiebeln, mehr wird nicht verraten“, gab sich Wehrführer Andreas Schmidt ganz geheimnisvoll. Der Anbau ist leider trotz großer Eigenleistung noch nicht fertiggestellt, aber Schmidt ist zuversichtlich, dass er noch bis Jahresende in trockenen Tüchern sein wird. Der Erlös des Festes, bei dem eigentlich nur Alleinunterhalter Peter Faas fehlte, der sonst immer aufspielt, ist für die Feuerwehr gedacht. „Wir werden auch mit der Fertigstellung des Anbaus noch einiges anzuschaffen haben“, so Monika Schmidt als 1. Vorsitzende des Feuerwehrvereins. Und zu guter Letzt erschien noch eine größere Delegation von Kerbeburschen und -mädels aus Bodenrod und sorgte für Stimmung. Die kommen zwar aus dem Nachbarkreis, aber wenn Michelbach feiert, ist halt doch nicht nur das ganze Dorf auf den Beinen